Wer will heutzutage Schiedsrichter sein? Ganz allgemein gesprochen kann man es eigentlich gar nicht richtigmachen, wenn man von 22 Spielern, zwei Trainern und einem ganzen Stadion voller Menschen beschimpft wird, die alle davon überzeugt sind, dass man eine falsche Entscheidung getroffen hat. Das ist natürlich unfair, es sei denn, es handelt sich wirklich um eine Fehlentscheidung.

Graham Poll (Kroatien – Australien)

Drei gelbe Karten bevor man jemanden des Platzes verweist. Ein Fehler, der eigentlich fast nie passiert, außer dem armen Graham Poll. Der Schiedsrichter, der auf dem besten Weg war, das WM-Finale 2006 zu pfeifen. Im letzten Gruppenspiel zwischen Kroatien und Australien gab der englische Schiedsrichter dem Fußballer Josip Šimunić 3 Mal gelb, bevor er ihn des Platzes verwies. Offenbar ist das Leiten eines Fußballspiels doch gar nicht so einfach wie man denkt.

Ali Bin Nasser (England – Argentinien, 1986)

Vielleicht der bekannteste Fehler überhaupt. Die „Hand Gottes“ von Diego Maradona. Es stand 0-0 im Spiel England gegen Argentinien, als Maradona plötzlich lossprintete, ein Doppelpassspiel mit Jorge Valdano begann, und der Ball dabei hoch in die Luft katapultiert wurde. Maradona und Shilton (der englische Torwart) kämpften beide um den Ball, wobei der Argentinier das Duell gewann und der Ball sacht ins Netz rollte. Eigentlich hätten beim tunesischen Schiedsrichter die Alarmglocken klingeln müssen, denn „El Pelusa“ (der Fussel) war deutlich kleiner als Shilton. Aber der tunesische Schiedsrichter ließ das Tor trotz der großen Proteste der englischen Spieler gelten.

Felix Brych (Hoffenheim gegen Bayer Leverkusen, 2013)

Ein etwas verzeihlicher, aber dennoch merkwürdiger Fehler war der des Schiedsrichters Felix Brych und der Fall des „Phantomtors“. Bayer Leverkusens Stefan Kiessling kam während eines Eckstoßes vor der Hoffenheimer Verteidigung an den Ball und konnte ihn Richtung Tor köpfen. Es sah nach einem Standardtor nach einer Ecke aus. Der Ball lag hinten im Netz, der Schiedsrichter gab das Tor und selbst die Spieler von Hoffenheim liefen zum Mittelkreis, um den Anstoß auszuführen. Erst bei der Sichtung der Wiederholung wurde deutlich, dass der Ball über ein Loch im äußeren Seitennetz ins Tor gefallen war. Für Brych war es unmöglich, dies mit bloßem Auge zu erkennen. Damit war es nicht wirklich ein grober Fehler, aber es bleibt natürlich ein sehr merkwürdiges Tor.